"Die Schutzfrau von Münnerstadt"

   

Sommer 1641 - Die Bürger feiern mitten im großen, schrecklichen Krieg ihr fröhliches Erntefest. Vor dem Haus des Oberbürgermeisters am Anger treffen sich Ratsherren und Geistlichkeit, um den großen Erntezug zu bewundern. Ein fremder Sänger, der nach seinen Vorfahren sucht, und das sonderbare Verhalten des altersgrauen Stadtknechts sorgen für Gesprächsstoff. Der Oberbürgermeister ist ungehalten über den Feldwebel vom Jörgentor, zu dem sich seine Tochter hingezogen fühlt.

Da kommt der Erntezug. Viel Volk hat sich eingefunden. Es wird getanzt, Blumen werden überreicht, alles ist in Festtagslaune.

Kanonen beenden das Fest. Der Feind steht vor der Stadt. Flüchtlinge drängen herein. Sie berichten von schrecklichen Gräueln. Ein Unterhändler fordert die bedingungslose Übergabe und droht mit der Vernichtung. Mutig tritt ihm der Feldwebel vom Jörgentor entgegen. Die Bürger eilen zu den Waffen. Der Beschuss der Stadt beginnt. Münnerstadt scheint dem Untergang geweiht. Plötzlich schweigen die Kanonen, der Feind flieht. Die Tochter des Oberbürgermeisters schaut ein Wunder. Das einzige Opfer, ihr geliebter Feldwebel vom Jörgentor, wird ebenso gerettet wie die ganze Stadt.

Lustige und ergreifende Szenen wechseln sich in diesem packenden Volksschauspiel ab. Frohsinn und Heiterkeit weichen Angst und Schrecken. Die bunten Kostüme, der prächtige Aufzug der Akteure aus allen Altersstufen, das lustige Treiben und der tiefe Glauben der Mitspieler ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Die Freilichtaufführung auf dem Anger ist für jeden Besucher ein einmaliges Erlebnis.

 

Das historische Ereignis

In alten Dokumenten steht geschrieben: Im Februar 1641 zieht ein großer "Haufen" (Abteilung) aus dem schwedisch-weimarischen Heer durch Franken und belagert Münnerstadt. Die Bürger verweigern die geforderte Übergabe. Der starke Feind beschießt die Stadt, Münnerstadt ist in höchster Not. Plötzlich schweigen die Kanonen. Der Feind räumt die Stellung und zieht ab. Der Grund für den plötzlichen Abzug ist nicht überliefert.

  

Die Legende

Schon bald nach 1641 glauben die Münnerstädter, ihre Stadt sei auf wunderbare Weise gerettet worden. Eine Legende erzählt: Im Augenblick der größten Not beteten die Münnerstädter inbrünstig zu Maria, der Gottesmutter. Sie erhörte das Flehen der Bürger. Als überlebensgroße Gestalt erschien sie über den Mauern der Stadt und fing die Kugeln der Schweden mit ihren Händen auf. Der Feind floh in furchtbarem Entsetzen. Münnerstadt war gerettet!

Im 18./19. Jahrhundert entwickelte sich der 8. September - Mariä Geburt - zum gelobten Feiertag. In einer großen Prozession, der "Schwedenprozession", ziehen die Bürger zu den Stadttoren, um sich für die wunderbare Errettung zu bedanken. Seit 1927 stellen die Münnerstädter im ergreifenden Festspiel das Geschehen von 1641 in prächtigen Bildern dar.

 

Die Geschichte des Festspiels

1926 regt der damalige Bezirksamtmann (Landrat) von Bad Kissingen an, zur Belebung des Kurbetriebs in Bad Kissingen und zur Stärkung des Tourismus in Münnerstadt ein Festspiel aufzuführen. Bürger der Stadt greifen diese Idee auf. Sie verpflichten 1927 den als Autor bekannten Pfarrer Ludwig Nüdling. Dieser findet bereits beim ersten Besuch in der alten Stadt das richtige Thema: Die Rettung der Stadt im Jahre 1641.

Schon wenige Wochen später stellt er den begeisterten Münnerstädtern sein Stück vor. Im Spätsommer 1927 kommt es zu den ersten Aufführungen. Bis 1934 spielt man bis zu 11 Mal im Jahr vor Tausenden ergriffener Zuschauer. Hitlers Diktatur und der zweite Weltkrieg zwingen zur Unterbrechung. 1949 greifen die Münnerstädter das Spiel wieder auf. Seitdem wird das Stück von der Schutzfrau alljährlich auf dem Anger aufgeführt.

Öffnungszeiten:

 

Montag: geschlossen

Di.-Fr.   10 bis 16 Uhr

Sa.        10 bis 14 Uhr

So.        13 bis 17 Uhr

Sonntags

ab 13.00 Uhr geöffnet

Kartenvorverkauf hier!

 

 

Impressum:

 

KulTourisMus im Schloss

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